Basiswissen

Deine Katze hat Diabetes, wie geht es nun weiter?

Im Regelfall wird dir dein Tierarzt zur Behandlung deiner Katze Caninsulin oder ProZinc verordnen, oft bleibt die Katze ein paar Tage stationär beim TA um den Diabetes ′einzustellen′, du bekommst Diabetikerfutter für dein Tier und wenn du Glück hast, dann wird dir gezeigt, wie du den Blutzucker deiner Katze zu Hause misst. Meistens wird allerdings davon abgeraten, es wäre zu stressig für das Tier und es wäre auch nicht notwendig den Blutzucker zu kontrollieren. Diese Vorgehensweise hat leider schon so manchem Tier das Leben gekostet.


Was du für den Anfang unbedingt wissen solltest

Eine zuverlässige Aussage, ob ein Diabetes vorliegt, kann nur getroffen werden, wenn der Tierarzt anhand eines Blutbildes den Fructosaminwert
(Referenzwert  < 340µmol/l; Quelle Laboklin) ermittelt hat. Ein einmalig gemessener erhöhter Blutzuckerwert ist also nicht ausreichend.

Bei Diagnosestellung sollte der Tierarzt eine umfangreiche Untersuchung deines Tieres vornehmen, dazu gehören:

  • Grosser Checkup, Erstellung eines Blutbildes
    (
    mit Schildrüsenwert T4)
    zusätzlich Bestimmung des Spec fPL® (feline pankreasspezifische Lipase)
    um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auszuschliessen
  • Genaue Untersuchung der Zähne
    Dazu solte das Katzengebiss durchgeröngt werden.
  • Bakteriologische Untersuchung des Urins

Werden Begleiterkrankungen, wie z. B. eine Harnwegsinfektion, nicht behandelt, wird die Einstellung deiner Katze mit Insulin nicht funktionieren.

Wichtigste Voraussetzung wenn du Insulin spritzt ist, dass du den Blutzucker deiner Katze regelmäßig misst, mindestens vor jeder Spritze, aber auch zwischendurch, um den Verlauf zu kontrollieren und beurteilen zu können.
Niemand würde einem menschlichen Diabetiker davon abraten, seinen Blutzucker zu messen, und wenn du ein Kind hättest, würdest du ihm trotz Protesten den Blutzucker messen und Insulin spritzen.
Also gibt es überhaupt keinen plausiblen Grund, es bei einem Tier nicht zu tun.
Du musst keine Angst haben, dein Tier wird sich daran gewöhnen und der gesamte Ablauf wird dir und deiner Katze in Fleisch und Blut übergehen.

Damit du einen Eindruck gewinnen kannst wie das Messen des Blutzuckers funktioniert (Hometesting) hat unser Filmstar Kimba sich ganz
uneigennützig zur Verfügung gestellt……


Folgende Grundausstattung benötigst Du:

  • Insulin (Lantus oder Levemir)
  • Insulinspritzen BD Micro-Fine U100 +Demi, 0,3ml, 03mm x 8mm PZN 04144150
    Achtung! Für Caninsulin werden andere Spritzen verwendet, das es sich um ein U40 Insulin handelt

    BD Micro-Fine+ U 40 Ins.Spr. 8 mm 100x0.5 ml PZN: 07468060)
  • Blutzuckermessgerät (Glucometer)/ Ketonmessgerät und dazugehörige Sensoren (Teststreifen)
    Du kannst ein normales handelsübliches Gerät aus der Humanmedizin verwenden.
    Es gibt mittlerweile auch spezielle Geräte für Tiere, diese sind allerdings dermaßen überteuert, sowohl das Messsystem als auch die Sensoren, dass wir dir von einem Kauf abraten.
    Wir empfehlen die Verwendung eines der folgenden Geräte, welche man direkt beim Hersteller im Internet oftmals kostenfrei anfordern kann:
    Was wir nicht verschweigen wollen, sind die Kosten für die Sensoren, schau dich im Internet um, in Onlineapotheken, dort erhält man die Sensoren oft um einiges günstiger als in der Apotheke um die Ecke.

    Contour XT  (Ascensia Diabetes Care)
    FreeStyle Freedom Lite (Abbott)
    Freestyle InsuLinx (Abbott)
    Freestyle Precision Neo (Abbott)
    Blutzucker- und Blutketon-Messung
    GlucoMen LX Plus (GlucoMen)
    Blutzucker- und Blutketon-Messung
    Accu Chek Aviva (Roche Diagnostics)
  • Lanzetten oder Stechhilfe
  • Zellstoffpads (Zelletten ö.ä.)
  • eine geeignete Wundsalbe (z.B. Traumeel, o.ä.)
  • ggf. eine Lupe (wird zum genauen Aufziehen von geringen Insulinmengen benötigt)
  • Jubin oder Traubenzucker
    Sollten die Blutzuckerwerte in einen zu niedrigen Bereich sinken, dann kann durch die Gabe von Jubin oder Traubenzucker der Blutzuckerspiegel schnell stabilisiert werden.

    Auch wenn dieser Zustand hoffentlich nicht eintritt, solltest du eines von beiden IMMER vorrätig haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ernährung deiner Katze.

Viele Stubentiger werden leider nur mit Trockenfutter gefüttert und durch die Futtermittelindustrie wird suggeriert, dass es sich dabei um hochwertige Tiernahrung handelt. Alleine beim Lesen der Inhaltsstoffe sollten jedem Menschen Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussagen kommen.
Auch in industriell hergestelltes NassFutter wird munter untergemischt, was Katzen eigentlich nicht fressen würden, dazu ein leckerer Cocktail aus Geschmacksverstärkern und schon stürzt sich die Mieze drauf.
Katzen sind Carnivoren, also Fleischfresser.
Darauf ist ihr Verdauungssystem ausgerichtet und  dem solltest du Rechnung tragen.
Bitte füttere kein Trockenfutter, auch nicht das vom Tierarzt verordnete Diabetikertrockenfutter von z. B. Royal Canin, sondern Nassfutter mit geringem Kohlenhydratanteil (unter 10% KH in der Trockenmasse) OHNE Getreide und OHNE Zucker.
Es gibt eine Vielzahl diabetikergeeignete Futtersorten auch für den schmalen Geldbeutel.
Auf www.pfoetchenbasar.de findest du wertvolle Hinweise.

Sollte deine Katze ein Trockenfutterjunkie sein, dann versuche bitte eine Umstellung auf Nassfutter.
Bitte beachten, eine diabetische Katze darf niemals hungern, sollte deine Katze kein Nassfutter akzeptieren, dann darf sie ihr gewohntes Futter natürlich weiter fressen und es sollte eine vorsichtige Umstellung versucht werden.
Das ist sicherlich in vielen Fällen ein schwieriges Unterfangen, aber nichts ist unmöglich.
Manchmal ist alleine eine Futterumstellung ausreichend, dass sich die Blutzuckerwerte wieder normalisieren und kein Insulin mehr gespritzt werden muss.
Fragen zur Futterumstellung beantworten wir dir gerne im Ernährungsbereich unseres Forums.

Diese Informationen sollen nur zur ersten Orientierung dienen.
Eine umfangreiche Wissenssammlung findest Du auf unserer Homepage.

Damit deine Katze trotz Diabetes ein weitgehend normales Leben führen kann, braucht sie deine Hilfe.
Um deiner Katze optimal helfen zu können, musst du bereit sein zu lernen und dich mit der Krankheit und der Behandlung auseinandersetzen.
Wenn du bereit bist, diesen Weg für dein Tier zu gehen, werden wir dich nach Kräften unterstützen.
Solltest du etwas nicht verstehen, dann scheue dich nicht im Forum nachzufragen, schließlich ist alles Neuland und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.


 

 

 

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